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Canberra, Uluru und die Ostküste

Der letzte Abschnitt der Reise

Der Bus braucht ziemlich genau zehn Stunden von Melbourne nach Canberra. Canberra zu bauen wurde geplant, als man sich nicht einigen konnte, ob Sydney oder Melbourne die Hauptstadt werden sollte. Konsequenterweise liegt Canberra also zwischen den beiden größten Städten Australiens. Interessanterweise aber von Melbourne mehr als doppelt so weit weg wie von Sydney...
Ich kam an um sieben Uhr in der Frühe. Trugen die Leute wirklich Handschuhe? Ich jedenfalls wäre froh über welche gewesen. Bis ich endlich ein vernünftiges hostel gefunden hatte, waren meine Finger steifgefroren.
Ohne viel Zeit zu verlieren habe ich mich gleicht wieder aufgemacht, zum Parlamentsgebäude. Auf einem Hügel gebaut überblickt es das weitläufige Stadtgebiet. Die Architektur ist hell und klar, in dieser Hinsicht repräsentativ für die ganze Stadt. Auf dem Dach des Parlamentsgebäudes ist Rasen verlegt, man kann dort hinauf und läuft dann über den Köpfen der Parlamentsabgeordneten, was wohl eine symbolische Bedeutung haben soll. Recht beeindruckend ist der, ich weiß nicht wie hohe, aber jedenfalls ziemlich hohe Flaggenmast mit einer Australien-Flagge von der Größe eines Doppeldecker-Busses. Außerdem ist da auch ein Exemplar der Magna Charta von 1297 ausgestellt.
Von dort bin ich weiter zum alten Parlamentsgebäude. Es wird nicht mehr genutzt, aber Touren gibt es natürlich immer noch, die einem alles Sehenswerte zeigen, hauptsächlich eben die Senate Chamber und die House of Representatives Chamber. Außer den beiden Parlamentsgebäuden habe ich mir nur noch das Australian War Memorial angesehen, das auf einer Achse mit den beiden Parlamentsgebäuden liegt, und dem darin integrierten Museum, das mir wärmstens empfohlen wurde von einem komischen Neuseeländer. Die dortige Dämmerungszeremonie zur Ehrung der während der Weltkriege gefallen Soldaten wurde die Hälfte der Zeit vom Geschrei der Kakadus übertönt, was den Verantwortlichen verständlicherweise ziemlich zu irritieren schien. Mein Tag in Canberra neigte sich dem Ende zu. Früh morgens nahm ich den Bus nach Sydney.
Und schon am Abend des nächsten Tages kamen mein Vater, mein Bruder und meine Schwester in Sydney an. Wir checkten in einem freundlichen hostel ein, hatten dort ein Vierbettzimmer für uns. Die nächsten Tage blieben wir in Sydney, verbrachten den Großteil der Zeit in der City. Glücklicherweise hatten wir wirklich gutes Wetter. So konnten wir zwei Strandtage einlegen. Einen Tag Bondi, den anderen Manly. An diesem Tag verließ uns allerdings unser Wetterglück kurzzeitig. Es regnete fast den ganzen Tag. Es kann festgestellt werden: Bondi gefiel uns wesentlich besser.
Als wir am nächsten Morgen zu den Blue Mountains aufbrachen, war das Wetter wieder schön. Aber in den Blue Mountains ist es generell deutlich kälter als in Sydney, obwohl sie nur zwei Zugstunden von dort entfernt sind. Aber dafür liegen sie 1000m höher, vielleicht macht das den Unterschied. Die Blue Mountains heißen übrigens so wegen eines bläulichen Dunstes, der von den Blättern der Eukalyptusbäume aufsteigen soll. Auch wenn ich davon nichts bemerkt habe.
Dennoch, die Blue Mountains sind ziemlich cool. Die Three Sisters sind die bekannteste Felsformation. Wie so häufig gibt es eine Aborigini-Entstehungsgeschichte dazu, an diese kann ich mich sogar noch erinnern: Die Three Sisters sind, wie der Name schon vermuten lässt, drei Schwestern, die zum Schutz vor ich-hab-vergessen-was (so gut kann ich mich halt doch nicht erinnern) von ihrem Vater versteinert wurden. Dieser verwandelte sich selbst in einen Vogel, verlor so aber seinen "Zauberstab" und konnte deshalb seine Töchter nach überstandener Gefahr nicht zurückverwandeln. Er ist laut der Sage noch heute auf der Suche...
Vom Ausguck auf die „Three Sisters“ blickt man auf ein bewaldetes Tal mindestens 200 Meter direkt unter einem. Das ist schon recht beeindruckend. In jenes und in jenem Tal sind wir dann natürlich auch gewandert. Irgendwann wurde die Pfade anspruchsvoller, einsamer und, was wichtig war, sonniger, sodass es dann ziemlich Spaß gemacht hat. Auf dem Weg zurück haben wir eine Seilzugbahn genommen, die mit ihrer Steigung von zeitweise bis zu 45° eine der steilsten der Welt ist. Die niedrigen Temperaturen waren es schließlich, die uns schon recht schnell aus den Blue Mountains verschwinden ließen. Stattdessen fuhren wir nach Newcastle, gute 100km nördlich von Sydney, und damit zurück in die Wärme. In Newcastle gibt es eigentlich nicht sonderlich viel zu sehen. Aber es gibt Strände. Dort verbrachten wir unseren ersten Tag in Newcastle. Ein schöner Strand, gute Wellen, nur der Rettungsschwimmer hat genervt, weil er die ganze Zeit nur gelabert hat und ständig alle Leute zurechtweisen musste. Am nächsten Tag besichtigten wir eine Art kleines Reservat, wo man Kängurus, Koalas und Emus angucken konnte. Damit meine Familie Kängurus auch mal woanders als auf dem Teller zu sehen bekam. Danach ging es wieder zurück nach Sydney, wo wir auch die verbleibenden paar Tage verbrachten. Am letzten Tag waren wir noch bei meiner Lieblingsfamilie in Australien, bei der ich ja meine allererste Woche in Australien verbracht hatte, zum Essen eingeladen. Ich begleitete danach die drei zum Flughafen und nach gut zwei Wochen down under waren sie auch schon weg.
Ich ging die Zeit in Sydney ziemlich locker an. Am Anfang suchte ich nach einem Job, fand auch einen, den ich so gut fand, dass ich ihn nach einem Tag schon wieder geschmissen habe, dann kümmerte ich mich nicht mehr sonderlich darum. Irgendwann fing ich an meine Weiterreise zu organisieren, Mitte Mai schließlich flog ich aus Sydney ab.
9:55 war die Ankunft in Alice Springs. Warm, trocken. Ganz nett nach Sydney, wo das Wetter zuletzt doch den nahenden Winter angekündigt hatte. Schon am nächsten Morgen brach ich mit meiner Tour Richtung Süden auf. Erstes Ziel, das wir ansteuerten: der Kings Canyon. Dort wanderten wir so ein bisschen rum und sahen ihn uns eben an. Der Kings Canyon ist übrigens im Gegensatz zum Grand Canyon nicht eine gorge, sondern ein echter Canyon, also ein Spalt im Gestein, der sich immer weiter verbreitert hat.
Am Abend dann der erste Kontakt mit DER australischen Sehenswürdigkeit: Ayers Rock bzw. Uluru bei Sonnenuntergang. Am nächsten Morgen waren wir dann pünktlich zum Sonnenaufgang da um uns die Sache mal genauer anzusehen. Wenig überraschend, der Ayers Rock sieht von Nahem längst nicht so glatt aus wie man das vielleicht gedacht hatte. Und bin ich der einzige, der denkt, dass die Oberfläche so aussieht wie eine Kuchenglasur?
Anschließend waren wir bei den nur ca. 30km entfernten Olgas bzw. Kata Tjuta, der Aborigini-Name, der übersetzt „viele Köpfe“ bedeutet, was ziemlich passend ist, schließlich bestehen die Olgas aus über 30 kuppelförmig geformten verbundenen Gesteinssäulen, die teilweise deutlich höher sind als der Uluru. Mir persönlich haben die Olgas überhaupt wesentlich besser gefallen als der Uluru oder der Kings Canyon. Natürlich finde ich es gut, dass ich den Ayers Rock letztlich doch noch gesehen habe, aber das war es auch so ziemlich. Von der Erhabenheit, die ihm von einigen zugeschrieben wird, von der besonderen Atmosphäre konnte ich nicht entdecken. Bei den Olgas war das anders, und deshalb haben die mich auch deutlich mehr beeindruckt.
Einen Tag später bin ich aus dem schön sonnigen Alice Springs abgeflogen ins regnerische, graue Cairns. Zum Glück blieb ich da nur die Nacht über und fuhr bereits am folgenden Morgen mit dem Bus nach Airlie Beach, was immerhin elf Stunden dauert. Airlie Beach ist eine ziemliche kleine Stadt, außer einem Strand und einer künstlich angelegten Lagune scheint es dort nicht viel zu tun zu geben. Und natürlich ist es der Ausgangspunkt für die meisten Segel-Touren zu den Whitsundays, einer Inselgruppe bestehend aus 74 Inseln, weswegen ja auch ich da war. Eines sonnigen Tages also ging ich mit einigen anderen an Bord der Tallarook 3. Sobald wir auf dem Schiff und auf offenem Wasser waren, wurde das Wetter praktisch schlagartig schlecht. Es fing an, ziemlich doll zu regnen, was nicht ganz das optimale Wetter für einen entspannten Segeltörn ist. Ich fands aber eigentlich ne ganz interessante Erfahrung. Eines jedenfalls ließ sich überhaupt nicht vermeiden, nämlich nass zu werden, und zwar klitschnass. Sobald es dann dunkel wurde und es also nichts mehr zu sehen gab, ging der Großteil der Gruppe, die aus ziemlich vielen Engländern und Iren, ein paar Deutschen sowie einem Franzosen, einem Kanadier und tatsächlich einer US-Amerikanerin bestand, ans Trinken. Da sowohl Engländer als auch Iren recht trinkfreudig sind (diese zumindest waren es) ging das ziemlich lange. Irgendwann bin ich dann einfach ins Bett, um die erste Nacht auf See meines Lebens zu genießen. Am nächsten Tag war das Wetter deutlich besser, so dass man auch vernünftig Tauchen und Schnorcheln konnte. Wir sind den Tag über natürlich noch durch die Whitsundays gefahren, deswegen waren wir ja da. Bevor wir am nächsten Tag dann wieder in den Hafen von Airlie Beach einliefen, stand morgens noch mal Schnorcheln auf dem Programm, wobei wir beinahe unsere US-Amerikanerin verloren hätten.
Noch am gleichen Tag bin ich mit dem Bus weitergefahren nach Rainbow Beach, was dieses Mal eine Fahrt von über zwölf Stunden bedeutete. Rainbow Beach ist neben Hervey Bay der zweite Ausgangspunkt für Safaris nach Fraser Island, was auch der Grund für mich war, dort hinzugehen. Am Abend hatte ich ein kurzes Briefing über die Fraser Island-Safari. Auf Fraser macht man normalerweise self-drive safaris. Eine Besonderheit an Fraser Island ist, dass die Strände als Autobahnen benutzt werden und sogar auch als Lande- und Startbahnen für Flugzeuge. Es gelten dann entsprechend auch dieselben Regeln wie für das Fahren auf der Autobahn, was ja für einen Strand doch etwas ungewöhnlich ist. Anders als auf normalen Autobahnen gibt es aber am Strand Stellen mit Auswaschungen, dort nämlich, wo Bäche ins Meer münden, diese sind teilweise schlecht zu sehen und können wohl auch ziemlich tief sein, sodass, wenn man unerwartet und mit vollem Tempo in eine solche gerät, ziemlich doofe Sachen passieren können. Man übersieht also besser nichts. Außerdem gibt es auf Fraser Island Dingos, man kriegt also auch noch eine Unterweisung in „Dingo-smartem“ Verhalten, das im Grunde darauf hinausläuft, sie nicht zu füttern und im Dunkeln nicht alleine rumzulaufen. Am nächsten Tag fuhren wir, eine Gruppe von insgesamt zehn Leuten, mit unserem „eigenen“ Jeep los, mit der Fähre legten wir von der Küste ab und vielleicht fünf Minuten später waren wir auf Fraser Island, der größten Sandinsel der Welt, 120km lang und 15km breit. Angeblich findet sich auf Fraser Island mehr Sand als in der Sahara. Die Tatsache, dass die Insel praktisch eine riesige Düne ist, ist so offensichtlich nicht, es gibt haufenweise Vegetation dort. Und was auch gut ist an Fraser Island, sind die vielen Seen, es gibt wohl so um die 200, was doch ordentlich ist. Diese Seen sind auch die einzige Möglichkeit, auf Fraser schwimmen zu gehen, denn im Meer darf man dort wegen vieler Haie nicht baden. Zur Abschreckung wird normalerweise ein Foto rumgezeigt, von einem Pärchen, das sich im Wasser vergnügt, nicht bemerkend, dass ein vielleicht sechs Meter langer Hai direkt hinter ihnen ist. Ihnen ist letztlich nichts passiert, ansonsten würden sie wohl auch das Foto nicht jedem zeigen. Die Seen auf Fraser sind aber wirklich schön und wohl die Hauptattraktion der Insel. Wir jedenfalls waren bei einigen auf der Insel und sie waren alle ziemlich gut. Es waren auch verhältnismäßig wenig Touristen da, normalerweise gibt es wohl wesentlich mehr, aber wir machten die Safari ja auch außerhalb der Hochsaison. Dafür hatten wir dann mal wieder mit dem Wetter nicht so viel Glück; nicht, dass es die ganze Zeit regnete, aber wirklich sonnig war es eben auch nicht, besonders nicht am Anfang. Wenig überraschend habe ich an diesem Tag auch meinen ersten Dingo gesehen. Zuerst noch etwas Besonderes und Grund genug, an den Straßenrand (bzw. Strandrand) zu fahren, wurde ihr Anblick schnell ziemlich normal. Es gibt dort eben sehr viele. Gefährlich sahen die ehrlich gesagt nicht aus, doch da ich kein kleines Kind bin, gehöre ich ja sowieso nicht zur Risikogruppe.
Am nächsten Tag hatten wir besseres Wetter, wir sind wieder ziemlich viel rumgefahren, die Insel ist ja auch nicht gerade klein, unter anderem zu einem ziemlich sehenswerten See, und das Wrack eines an der Ostküste gestrandeten Schiffes, der Maheno, haben wir auch noch angesehen. Da der Name wohl „Maheno“ wohl so etwas wie „schöne Insel“ bedeutet, denken manche, es sei das Schicksal des Schiffes gewesen, letztlich auf Fraser Island zu landen. Zumindest erscheint es einem schon ein ziemlicher Zufall zu sein. Am nächsten Tag verließen wir Fraser Island. Glücklicherweise hatten wir dem Auto keinerlei Schäden zugefügt, was wohl sonst relativ teuer geworden wäre.
Einen Tag später wollte ich nach Brisbane weiterfahren, der Hauptstadt von Queensland, und erinnerte mich daran, dass ich dort eine Frau kenne. Ich hatte sie etwa sieben Monate zuvor in Darwin kennen gelern. Wir hatten eine vielleicht einstündige Tour durch das dortige Parlament gemacht, in Anschluss derer sie mir ihre Adresse und Telefonnummer gegeben hatte, zusammen mit der Aufforderung, sie anzurufen, wenn ich mal nach Brisbane kommen würde. Obwohl ich in Anbetracht dessen, dass das schon so lange her war, erst zögerte, rief ich sie schließlich an, sie erinnerte sich sogar noch an mich und meinte, ich könne bei ihnen bleiben. Ich fuhr also am nächsten Tag nach Brisbane, schaffte es auch, mehr schlecht als recht, mich mit den öffentlichen Verkehrsmitteln bis zu Deborah, so heißt sie, und ihrem Mann Malcolm durchzukämpfen. An dem Abend lief das erste „State of Origin“-Spiel, mit eins der größten Sportereignisse in Australien. Da Malcolm selbst mal Rugby gespielt hatte, war es natürlich Pflichtprogramm, das Spiel zu sehen. Ich bekam bei der Gelegenheit die längst überfällige Einführung in Rugby und Football in Australien. Es gibt in Australien drei auf den ersten Blick ähnlich erscheinende Sportarten (mit aber doch recht unterschiedlichen Regeln): Australian Rules Football, das in der AFL (Australian Football League) gespielt wird, außerdem zwei Arten von Rugby, Rugby League und Rugby Union, gespielt in der NRL bzw. NRU. AFL und NRL sind die populäreren Varianten, wobei je nachdem wo in Australien man ist, das eine oder das andere bevorzugt wird. Melbourne war ganz klar AFL-dominiert, Brisbane und Sydney, somit Queensland und New South Wales sind eher NRL-Gebiet. NRU ist in Australien nicht so sonderlich beliebt, es wird aber mehr oder weniger weltweit gespielt, wohingegen AFL nur in Australien, NRL fast nur in Australien und Neuseeland gespielt werden. Und bei den drei „State of Origin“-Spielen, treten Queensland und New South Wales gegeneinander an. Eine Sache, die den Fans ziemlich zu Herzen geht. Das Spiel verlor Queensland, die Stimmung am darauffolgenden Tage war deswegen generell nicht so toll. Ich hatte aber einen ziemlich guten Tag, schaute mir eben Brisbane an. Ich hatte nur einen Tag dafür, musste mich also beeilen. Ich hatte Glück mit dem Wetter, es war beinahe zu heiß, und vielleicht auch deshalb gefiel mir Brisbane richtig gut. An den Windungen des Brisbane River gelegen ist es dort freundlich, sauber und grün. Entgegen meinen Prinzipien ;) war ich sogar im Museum und der Queensland Art Galery. Abends nahm mich Malcolm noch mit zum Mount Coot-tha, von dem aus man praktisch ganz Brisbane sehen kann. So hatte ich dann von Brisbane an dem einen Tag doch ziemlich viel gesehen und Deborah und Malcolm waren wirklich nett, bei ihnen im Haus hatte ich mein eigenes Zimmer, bekam Essen, es war beinah, als gehörte ich zur Familie, was wirklich gut war. Dennoch, am nächsten Tag brach ich aus Brisbane wieder auf.
Wenige Stunden später kam ich in Byron Bay an, von wo ich schon am Abend weiter nach Sydney fahren würde. Ich hatte dort praktisch nur einen Strandaufenthalt. Der war aber auch ziemlich gut. Bei dem Strand auch kein Wunder, und das Wetter hat auch mitgespielt. Den Sonnenuntergang habe ich mir am Strand angesehen, ich saß bei einer Gruppe von Leuten, die getrommelt und Didgeridoo gespielt haben. Unter anderem deswegen bestätigte der Abend für mich dann auch die allgemeine Ansicht, dass Byron Bay etwas alternativ und noch nicht komplett vom Tourismus überrannt ist.
Am nächsten Morgen kam ich in Sydney an, wo ich die mir verbliebene letzte Woche blieb. Genauer gesagt wohnte ich die letzte Zeit mal wieder bei den Koestlins. Inzwischen hatte sich die Familie allerdings vergrößert, außer Martin, Anna und ihren drei Söhnen waren nun noch Manu, ein 15-jähriger Junge aus Neuseeland, eingezogen und ein weißer Golden Retriever, Buff. Es war also etwas enger geworden. Aber die sind ja alle nett. Buff gewöhnte sich auch schnell an mich, kannte mich eigentlich noch von dem kurzen Besuch einen Monat zuvor. Aber er ist da ein bisschen komisch, mit sieben Monaten auch noch ziemlich jung und häufig etwas ungestüm. Komischerweise ist er auch ein Wachhund, was Retriever ja wohl eigentlich sein sollten. Jedenfalls führte das dazu, dass, wann immer er geweckt wurde, er die durchs Schlafen verursachte Vernachlässigung seiner Aufgabe durch übereifriges und teilweise etwas aggressives Verhalten ausgleichen zu wollen schien. George hat er so einmal gebissen als dieser mal nachts aufs Klo wollte. Tja, so kanns gehen. Mir ist in der einen Woche aber zum Glück nichts passiert, es war im Gegenteil eigentlich ziemlich spaßig.
Mein Rückflug war dann am 3.Juni. Ich verabschiedete mich morgens von der Familie und wurde von Martin zum Flughafen gefahren. Dort erwartete mich gleich die erste Schwierigkeit: Mein Rucksack überstieg das zulässige Höchstgewicht um 2kg. Ich wollte zuerst dafür zahlen, überlegte es mir aber bei einem Preis von 65 Australischen Dollar (ca. 40 EUR!) pro Kilogramm schnell anders und schmiss lieber ein paar Sachen weg. Das sollte aber das einzige Problem der Rückreise bleiben. Der Flug war gut, denn ereignislos. Die fünf Stunden Aufenthalt in Taipeh waren zu kurz um raus zu können und deshalb zu lang. Auch der zweite Flug normal, also gut.
Und dann am 4.6. um 6:50 kam ich in Deutschland an. Anstatt den Zug direkt nach Berlin zu nehmen, machte ich einen Abstecher nach Ulm, um dort meine Großeltern zu besuchen. Wir gingen essen, unterhielten uns und ich freute mich, dass es in Deutschland erst um zehn dunkel wird und nicht um fünf, wies es die letzte Zeit in Sydney gewesen war. Dort war schließlich seit Juni Winter.
Am nächsten Tag nahm ich dann aber wirklich den Zug nach Berlin. Um 14:23 kam ich etwas verspätet am neuen Berlin Hauptbahnhof an.

Posted by Blablub 10:58

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Comments

welcome home, Lion, zum sommer in berlin!
p.s. für mich wars ne schöne zeit, danke, hoffe für Dich auch

28.06.2006 by s04

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